Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt begeht 35-jähriges Bestehen

Beratung, Hilfe und Teilhabe für Blinde, Sehbehinderte und Augenpatienten

Magdeburg | Der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt e.V. ist die Selbsthilfeorganisation für alle von Blindheit, Sehbehinderung und Augenerkrankungen betroffenen Menschen und ihrer Familien in Sachsen-Anhalt. Dieser Tage begeht der Verband den 35. Jahrestag seiner Gründung.

Die Gründungsversammlung fand am 3. November 1990 in Magdeburg statt.

Der Verband hat sich nach der Wende zunächst um die Erhaltung und Neuschaffung von Beratungs-, Betreuungs- und Begegnungsstrukturen für blinde und sehbehinderte Menschen bemüht. Diese Arbeit beruht in Hohem Maße auf dem Engagement von Ehrenamtlichen, die häufig selbst sehbehindert oder blind sind

Die Verbandsvorsitzende Christel Pildner erinnert anlässlich des 35-jährigen Bestehens des BSV Sachsen-Anhalt an die Anstrengungen und Aktivitäten des Verbandes für die Sicherung der Teilhabe der Betroffenen am Leben in unserem Bundesland.
"Neben der Schaffung von Beratungs-, Betreuungs- und Begegnungsangeboten gehörte dazu auch unser Einsatz für einen angemessenen Nachteilsausgleich in Gestalt des Blinden- und Gehörlosengeldes des Landes, der eine wirkliche Teilhabe der Betroffenen erst ermöglicht", unterstreicht Christel Pildner.
"Ohne die Förderung der Beratungsangebote durch das Land Sachsen-Anhalt, für die wir den politisch Verantwortlichen außerordentlich dankbar sind, wäre für uns die Aufrechterhaltung dieser Leistungen nicht möglich", betont Pildner.

Darüber hinaus ist der Verband in hohem Maße auf die Beiträge seiner Mitglieder und Spenden von Unterstützern angewiesen. "Die Finanzierung unserer Arbeit gestaltet sich in Zeiten allgemeiner Preissteigerungen zunehmend schwierig. Es erfüllt uns mit großer Sorge, wenn infolge internationaler Herausforderungen, wie Verteidigung, und Problemen in Wirtschaft und Infrastruktur, vor allem der Sozialstaat in Frage gestellt wird, auf den Menschen mit Behinderungen ganz besonders angewiesen sind", erläutert die Verbandsvorsitzende.

Der Landesvorstand des BSV Sachsen-Anhalt hat sich in Anbetracht der aktuellen Situation dazu entschlossen, auf eine aufwendige Veranstaltung zum 35-jährigen Bestehen zu verzichten und dieses Jubiläum im Rahmen der in der Weihnachtszeit anstehenden Veranstaltungen der Selbsthilfe und Regionalgruppen des Verbandes zu würdigen.


Hintergrund

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt e.V. vertritt die Interessen der blinden und sehbehinderten Menschen sowie von Patienten mit Augenerkrankungen in Sachsen-Anhalt. Er setzt sich für umfassende Barrierefreiheit und soziale Teilhabe dieses Personenkreises ein.
Der Verband wurde am 3. November 1990 in Magdeburg gegründet.
Derzeit hat er rund 800 Mitglieder. Rund 100 davon arbeiten ehrenamtlich und organisieren die Veranstaltungen und weitere Angebote der Bezirks-, regional- und Selbsthilfegruppen im Land.

Für die Beratung Betroffener und ihrer Angehörigen stehen heute Beratungsstellen in Magdeburg, Halle, Stendal und Dessau zur Verfügung, die vom Land Sachsen-Anhalt gefördert werden, zusätzlich ein Beratungsmobil. Die Beratungsstellen setzen den bundesweit vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband DBSV begründeten Standard des Netzwerks "Blickpunkt Auge" um. Eine Reihe ehren- und hauptamtlicher Mitarbeiter wurden nach diesen Vorgaben geschult und stehen Betroffenen zur Seite.

In Sachsen-Anhalt leben nach den Maßstäben der WHO mehr als 30.000 Menschen mit wesentlichen Seheinschränkungen, darunter mehr als 2.000 Blinde und rund 2.000 hochgradig Sehbehinderte.
Die wichtigsten Ursachen von Blindheit und Sehbehinderung sind heute die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), Augenerkrankungen infolge von Diabetes und der "Grüne Star" (Glaukom). Dies bewirkt, dass die meisten Betroffenen eine Sehbehinderung oder Erblindung im schon fortgeschrittenen Alter erleiden, wenn sie in vielen Fällen bereits von weiteren gesundheitlichen Einschränkungen oder Pflegebedürftigkeit betroffen sind. Doch gibt es auch heute noch zahlreiche Familien mit blinden und sehbehinderten Kindern sowie Betroffenen weit unter dem Rentenalter, die Unterstützung und Beratung zur Bewältigung der gravierenden sozialen, psychischen und beruflichen Auswirkungen benötigen, die mit einer Erblindung oder wesentlichen Sehbeeinträchtigung verbunden sind.

Pressekontakt

Geschäftsstelle
Hanns-Eisler-Platz 5
39128 Magdeburg

Telefon: 03 91 - 2 89 62 39
Fax: 03 91 - 66 28 02 41
E-Mail: info@bsvsa.org

Schriftgröße und Farben anpassen

Schriftgröße

Farben